(Stand 30.09.2015)

Diese Anleitung betrifft die Starmoney-Neueinrichtung und den Austausch des Zugangs auf personalisierte FinTS/HBCI-Karten, die von Genossenschaftsbanken herausgegeben werden, die der ehemaligen GAD angeschlossen sind.

Mehr allgemeine Informationen zum Chipkartentausch finden Sie >>>hier<<<.
Allgemeine Informationen zu Karten finden Sie >>>hier<<<.

Zur Nutzung einer neuen personalisierten Chipkarte, egal ob Sie eine alte Karte austauschen oder einen komplett neuen FinTS/HBCI-Zugang einrichten möchten, benötigen Sie immer folgendes:

  • Ihre neue Chipkarte
  • PIN- und PUK-Brief (ganz oben ist mittig aufgedruckt, was im Brief steckt)
  • VR-Kennung (kann auch dem Hinweis-Protokoll entnommen werden, siehe Ende der Seite)
  • aktuellen Kartenleser
  • aktuelle Zahlungsverkehrssoftware
Wichtig: Datensicherung erstellen und Ausgangskorb leeren
Erstellen Sie vor der Änderung eine frische Datensicherung. Achten Sie darauf, dass sich keine Aufträge mehr im Ausgang befinden. Löschen Sie vor einer Änderung unbedingt die Aufträge aus dem Ausgang!

Wählen Sie in der Kontenliste die Neueinrichtung eines Kontos. Sie tun quasi so, als wollten Sie eine neues Konto einrichten, obwohl es bereits vorhanden ist. Tragen Sie Ihre BLZ ein und klicken Sie auf weiter.SM_Auswahl_Sicherheitsmedium

Wählen Sie nun das Sicherheitsmedium „Chipkarte“ aus und folgen Sie dem Assistenten.

Reiner_Kartenleser_PIN-Abfrage

Die Karte wird nach der PIN-Eingabe ausgelesen. Bei einer unpersonalisierten Karte ohne Namensaufdruck ist die Änderung der Transport-PIN  nötig. Beachten Sie dabei die Anzeige des Kartenlesers.
Bei einer vorpersonalisierten Karte ist die Benutzerkennung bereits im Chip programmiert.

Starmoney liest die Benutzerkennung ein. Die Benutzerkennung darf nicht geändert werden.

SM_VRK_nachtragen

Falls noch nicht automatisch markiert, klicken Sie oben die Benutzerkennung an. In Beispiel handelt es sich um eine unpersonalisierte Karte mit mehreren Bankzugängen, bei einer neuen personalisierten Karte sollte die Benutzerkennung, beginnend mit 672…, eingetragen sein.

Klicken Sie dann unten auf das Feld Kundennummer (das Feld heißt eigentlich Kunden-ID) und pflegen Sie hier Ihre VR-Kennung ein (bitte dem Brief der Bank entnehmen, komplett eintragen mit VRK und allen 16 Ziffern) und führen Sie dann den Assistenten bis zum Ende durch. Bestätigen Sie ggf. die Änderung für alle Konten, die Ihre Bank an Starmoney zurückmeldet.

Wird das Feld Kundennummer nicht angezeigt, muss vermutlich der Expertenmodus aktiviert werden (nochmal zurück und am Konto oben rechts auf das Zahnradsymbol klicken und die Ansicht anwählen.)

Nun sollten die Konten wieder online aktualisierbar sein.


Bei Störungen

Wenn die Einrichtung noch nicht funktioniert, kontrollieren Sie bitte zuerst, ob Sie einen alten HBCI-Bankkontakt mit den alten Daten als Karteikarte unter „Details“ im Konto finden und löschen Sie diesen. Achten Sie unbedingt darauf, dass keine Aufträge im Ausgang stehen.

Im Zweifelsfall löschen Sie den alten Zugang und richten Sie noch einmal neu ein, wie oben beschrieben.

Ist Starmoney mit den Informationen der Bank durcheinandergekommen und Ihre Konten werden nicht aktualisiert oder sind einfach „grau“, also nicht online erreichbar, dann hilft eventuell ein „Heilen durch Handauflegen.“. Bitten Sie den Banker Ihres Vertrauens, die VR-Kennung zu kontrollieren und die Karte auf Freischaltung zu prüfen. Wird hier kein Fehler gefunden, dann hilft häufig, das Profil der VR-Kennung kurz auf ein anderes Profil umzustellen (egal welches), dies zu speichern und dann sofort wieder zurückzustellen. Dadurch werden keine Kontenberechtigungen geändert, aber die sogenannte UPD, die UserParameterDatei erhält eine neue Versionsnumer, so dass SM nach einem Abgleich „glaubt“, die Daten wären neu. Aktualisieren Sie dazu die Umsätze.


Bei Fehlern

Lesen Sie die Hinweise unten auf dieser Seite.


Starmoney meldet neue Anmeldedaten

Die VR-Kennung können Sie dem Brief Ihrer Bank oder auch dem FinTS/HBCI-Protokoll entnehmen.

Über das Protokoll (Rückmeldecode 3072) erfährt die Software die neuen Anmeldedaten zur Karte. Je nach Programmversion pflegt Starmoney die Daten automatisch nach oder zeigt diese zumindest deutlich an, so dass die VR-Kennung nachgepflegt werden kann.
Starmoney_Rueckmeldung_3072

Notieren Sie dazu die VR-Kennung, die Ihnen rechts als Ergänzung zu Ihrer Benutzerkennung angezeigt wird oder drucken Sie die Meldung aus. Ihre Benutzerkennung, egal ob Sie einen Zugang mit Chipkarte oder Signaturdatei haben, beginnt immer mit 672…, die VR-Kennung beginnt dagegegen immer mit VRK, gefolgt von 16 Ziffern.

 

Die personalisierte HBCI-Karte ist am Namen des/der Eigentümers/in auf der Vorderseite erkennbar. Im Gegensatz zur FInTS-fähigen Girocard ist sie aber nicht für das Bezahlen an der Kasse (POS) und zum Geldabholen, bzw. zum Kontoauszüge-Ziehen geeignet. Dazu fehlt auch der Magnetstreifen.

Verschlüsselung:
Die Karte verschlüsselt bei genossenschaftlichen Banken mit dem RDH-7 Verfahren. Der Chip beherrscht aber ebenfalls noch das veraltete RDH-3/RDH-5 und das RDH-9 der unpersonalisierten Karten. Er kann bei fehlerhafter Einstellung oder durch eine alte HBCI-Software umgestellt werden (siehe Reparatur). Das Betriebssystem der Karte ist seccos-6.

Laufzeit:
Die Bankzertifikate auf der Karte laufen spätestens nach 4 Jahren ab, die Karte wird dann üblicherweise rechtzeitig verschickt.

PIN und PUK:
Die Karte ist im Auslieferungszustand bereits komplett programmiert. Sie hat keine Transport-PIN, sondern eine sofort nutzbare, sogenannte Wirk-PIN. Diese PIN muss also auch nicht geändert werden. Die personalisierten Karten haben eine PUK zum Entsperren.

Benutzerkennung, Kartennummer und VR-Kennung (GAD):
Bei Banken am Rechenzentrum GAD ist die Benutzerkennung und Kartennummer im System hinterlegt, es muss aber die VR-Kennung zusätzlich hinterlegt werden. Die VR-Kennung wird bei den Genoprogrammen automatisch nachgepflegt, viele andere Programme beherrschen diese Komfortfunktion ebenfalls. Falls dies nicht funktioniert, kann man die VR-Kennung im Protokoll nachlesen (3072er Rückmeldecode).

Initialisierungsprozess:
Je nach HBCI-Software kann die Initialisierung leicht anders aussehen. Üblich ist der folgende Weg, den ich für die GAD-Banken beschreibe: Die Karte wird (meist zentral durch einen Dienstleister) fertig programmiert verschickt, man erhält eine 6-stellige PIN und eine PUK in separaten Briefen. Einige GAD-Banken versenden die VR-Kennung separat. In der HBCI-Software wird ein neuer Bankzugang angelegt (BLZ). Die Software schaut online oder in der Datenbank nach, welche Zugänge angeboten werden und bietet die Chipkarte als Verfahren an. Nach Anwahl des Verfahrens versucht die Software, die Karte auszulesen. Die Wirk-PIN ermöglicht das auslesen der Benutzerkennung und der Zugang kann genutzt werden. Ist die Karte nicht lesbar (falsche PIN), dann „vermuten“ viele Programme, man müsse noch die Transport-PIN eingeben. Das ist nicht richtig, es gibt keine Transport-PIN, hier an dieser Stelle abbrechen und noch einmal probieren. Im nächsten Schritt zeigt das Programm die Benutzerkennung an, die ausgewählt werden kann (Feld 1). Die anderen 4 Plätze für Benutzerkennungen ignorieren. Es kann auch sein, dass das RDH-Verfahren zur Auswahl angeboten wird, hier muss man bei der personalisierten Karte RDH-7 auswählen. Wenn eine VR-Kennung (GAD-Banken ) vorliegt, muss diese in das zweite Feld eingetragen werden (vollständig, VRK und alle 16 Ziffern). Die Karte wird programmiert und der öffentliche Schlüssel der Bank wird abgeholt. Die Software rechnet den Hashwert des Bankschlüssels aus, so dass man diesen vergleichen kann (auf dem Brief mit der Benutzerkennung steht der Hash normalerweise). Nach Bestätigung des Bankschlüssels wird der öffentliche Schlüssel zur Bank übertragen und ist sofort verwendbar, ein Ini-Brief ist nicht nötig.

GAD-Banken: Wird die VR-Kennung nicht vom Programm oder bei der Initialisierung nachgetragen, muss diese manuell eingegeben werden. Das Feld Benutzerkennung darf dabei nicht geändert werden, stattdessen muss das zweite Feld, Kunden-ID mit der VR-Kennung gefüllt werden (vollständig eintragen). Kennt man diese nicht, kann man die VR-Kennung im HBCI-Protokoll nachlesen (Rückmeldecode 3072), wenn die Bank diesen freigeschaltet hat (am Vertriebsweg 17, VRK auf Ja).

PIN&TAN:
Ja, die Karte kann auch für das Sm@rtTAN-Verfahren verwendet werden (sowohl HBCI PIN-und TAN, als auch im Browser). Voraussetzung ist eine Anlage im Banksystem der Bank und Freischaltung des Verfahrens und Aktivierung der Funktion im Banksystem.

Sicherheit Die besondere Sicherheit liegt in der Verwendung eines geschützten HBCI-Kartenlesers und darin, dass der Chip nicht kopiert werden kann. Dieser Kartenleser hat eine eigene Tastatur, so dass auch ein sogenannter Banktrojaner nicht die PIN auslesen kann. Die Karten-PIN kann zudem geändert werden und dies sollte man auch regelmäßig tun, da die Eingabe immer gleicher Zahlen am Kartenleser erkennbare Spuren hinterlässt. Die Karte grenzt sich damit von den meisten Sparkassen-Karten ab, die keine PIN-Änderung ermöglichen. Wird die Karten-PIN ausgespäht, kann man diese also einfach ändern und muss die Karte nicht vernichten. Bei Verwendung der Secoder-Technik ist die Kontrolle der Aufträge vor Freigabe möglich.

Besonderheiten/Sonderfälle:
Die Kartenform wird auch von anderen Banken eingesetzt, z.B. die Deutsche Bank, Commerzbank oder National-Bank. Die ganz neuen Karten der DBank können problemlos als HBCI-Karte initialisiert werden und funktionieren reibungslos. Ob ein gemischter Betrieb, also z.B. RDH-5 und 7, möglich ist, weiß ich allerdings leider nicht, ich würde von Experimenten abraten. Obwohl der Chip für einen Betrie an mehren Banken ausgelegt ist, ist dies nicht mehr vorgesehen.

Vorteile/Nachteile dieser Kartenart:
Die Karte ist sehr sicher und wird regelmäßig ausgetauscht (was gleichzeitig viele als Nachteil empfinden). Sie kann sofort verwendet werden, wenn die Karte bei der Bank freigeschaltet ist. Ein aufwändiger Initialisierungsprozess mit Unterschriftprüfung und Austausch der INI-Briefe ist nicht nötig. Der wesentliche Vorteil im Vergleich zur Girocard: Auch Personen mit eingeschränkten Vollmachten können diese KArte nutzen (wie die unpersonalisierte VR-NetWorld card basic). Ein weiterer Vorteil ist die PUK, die eine gesperrte Karte retten kann. Die Karte kann als erweiterte Signaturkarte (Elster…) eingesetzt werden.