Hier ein aktuelles Beispiel für eine Aufforderung, sich die Betrüger selbst per Telefon auf den Rechner zu holen. Wenn meine Informationen stimmen, blockiert ein Script den Browser, der aber problemlos beendet werden kann.

Soweit ich weiß, wird man am Telefon aufgefordert, einige Befehle zum Start eines Fernwartungszugangs einzugeben. Dann haben die Verbrecher auf dem Rechner freie Hand…

Vielen Dank an Tina für die Zusendung der Screenshots!

Wie man schön sieht, ist die Adresse gut verschleiert. Es handelt sich eben nicht um eine Microsoft Support-Adresse, sondern um einen auf  amazonaws.com gehosteten Inhalt.

Der Text, der in ähnlicher Form seit Monaten erfolgreich verwendet wird:

IHR COMPUTER WURDE GESPERRT
Fehler # DW6VB36
Bitter rufen Sie uns sofort an:
Ignorieren Sie diese wichtige Warnung nicht.
Wenn Sie diese Seite schließen, wird der Zugang auf Ihren Computer deaktiviert, um weitere Schäden an unserem Netzwerk zu verhindern.
Ihr Computer hat uns alarmiert, dass er mit einem Virus und Spyware infiziert wurde. Die folgende Daten werden gestohlen…
Facebook Login
> Kreditkartendaten
> E-Mail Konto Login
> Auf diesem Computer gespeicherte Fotos
Sie müssen uns sofort kontaktieren, damit unsere Ingenieure Sie per Telefon durch den Löschvorgang führen können. Bitte rufen Sie uns in den nächsten 5 Minuten an, bevor Sie mit dem Verlust Ihres gesamten Computers zu Rechnen haben.

Völlig kostenlos erreichbar unter:

2 Antworten zu “Ihr Computer wurde gesperrt. Ein aktuelles Beispiel

  1. Olaf Zapel on 16. Oktober 2017 at 08:00 said:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    am Freitag 13.10.2017 wurde mein Computer gesperrt, so wie oben beschrieben. Mache kein Online-Banking. Was kann ich tun.

    • Raimund on 16. Oktober 2017 at 11:32 said:

      Auf jeden Fall sollten Sie nicht das tun, wozu die Betrüger Sie auffordern wollen.

      Mit etwas Glück ist nur der Zugriff auf den Rechner gesperrt, aber wissen kann man dies nur nach einer Analyse, die für Laien nicht unbedingt einfach ist.
      Kennen Sie sich nicht gut aus und sind die gespeicherten Daten für Sie wichtig würde ich Ihnen empfehlen, das Problem mit Computer-Fachleuten zu besprechen (also nicht im Geiz-Markt), ggf. mit mehreren Leuten. Lassen Sie sich Angebote zu den Kosten machen, damit Sie keine böse Überraschung erleben.

      Ansonsten ist es meist auch durchaus Laien mit einigermaßen guten Computerkenntnissen möglich, den Computer wieder lauffähig zu bekommen. Hier helfen die Informationen, die man über Suchdienste erhalten kann, meist ausreichend weiter. Dazu gibt es auch einschlägige Fachleute in den Spezialforen wie trojaner-board.de

      Wenn man sich das nicht selbst und/oder seinen Bekannten zutraut und die Sache nicht zeitkritisch ist, gibt es evtl. auch für Sie die Möglichkeit, einen Computer-Verein oder -Club zu fragen, wenn sowas bei Ihnen in der Nähe ist. Auch einige Schulen haben AGs dazu und freuen sich über etwas Geld für die Klassenkasse.

      Da ich die Situation bei Ihnen nicht kenne, kann ich nur schreiben, was ich machen würde:
      Booten des Rechners mit einer Linux-CD oder einem Stick um alle Daten zu sichern (Backups…).
      Dann würde ich analysieren, um welche Art von Schadsoftware es sich handelt. Ist das Betriebssystem “schlimm” beschädigt oder die Sicherheit offensicchtlich weiterhin in Zukunft gefährdet, würde ich einfach alle neu installieren.
      Ist das nicht der Fall und stufe ich den Rechner nicht als wichtig ein (wird der Rechner z.B. nicht in einem Unternehmen benutzt), dann würde ich mit entsprechenden Tools versuchen, das Windows wieder lauffähig zu bekommen. Dazu habe ich beim letzen Mal die neueste Version der desinfec’t benutzt und das rescue-tool von bitdefender.
      In einigen Fällen kann man das Windows auch mit Hausmitteln auf eine lauffähige Version zurücksetzen oder über die Reparaturinstallation des Windows gehen.

      Je nach Alter des Rechners kann es übrigens bei dieser Gelegenheit sinnvoll sein, den Computer auszutauschen. Nicht gegen ein Neusystem, sondern gegen einen soliden Rechner, z.B. einem Leasingrückläufer, den man für wenig Geld bekommen kann. Das schont die Umwelt. Für die Daten der alten Festplatte holt man sich dann ggf. ein USB-Geäuse (das kann wirklich jeder aus- und einbauen, der einen Schraubendreher richtig halten kann).

      Leider kann ich aus der Ferne nicht wirklich gut helfen, ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Glück bei der “Entseuchung” des Computers.
      Raimund Sichmann
      PS: Ändern Sie bitte anschließend trotzdem alle Ihre Passwörter, sicher ist sicher…

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