letzte Änderung: 11.01.2025
Ein Differenzumsatz, eine Korrekturbuchung oder Ausgleichbuchung sind unterschiedliche Bezeichnungen für das gleiche Problem. Diese Buchung wird von einer Zahlungsverkehrssoftware eingefügt, wenn sie Lücken in den Umsatzdaten entdeckt. Die Software vergleicht den Kontostand mit den vorhandenen Buchungen. Diese Art von Buchungen werden also nicht von der Bank geliefert, sondern werden vom Programm erzeugt, damit der Kontostand wieder plausibel ist und man die Lücke auch sehen kann.
Einer der häufigsten Gründe ist, wenn man einfach zu lange keine Daten aktualisiert hat. Je nach Schnittstelle und Banksystem können sich die lieferbaren Zeiträume unterscheiden, so ist bei der GLS Bank maximal zwei Jahre rückwirkend online per FinTS/HBCI oder im Onlinebanking verfügbar, über die Dienstleisterschnittstelle (XS2A) ist dieser Zeitraum nur bei der ersten Einrichtung abrufbar (und das muss der Dienstleister auch anbieten). Der EBICS Server hält nur maximal 35 Tage bereit, ältere Daten liegen archiviert maximal ein Jahr vor.
Unter EBICS treten diese Lücken schnell, wenn auf einen Kundenzugang von unterschiedlichen Stellen oder mit unterschiedlichen Programmen zugegriffen wird. Der EBICS-Server merkt sich nämlich für jede Auszugsdatei, dass er die Daten bereits geliefert hatte und liefert daher beim nächsten Abruf an anderer Selle nur die „frischen“ Daten aus, also die, die noch niemand erhalten hat.
Programmfehler als Ursache? In sehr seltenen Fällen kann es zu Fehlern kommen, wenn z.B. eine Software mit den gelieferten Daten nicht klar kommt, z.B. wenn die Daten nicht verarbeitet werden können. Häufiger als echte „Bugs“ sind aber Störungen durch Virenscanner oder Schutzprogramme, die die Datenübertragung oder -Verarbeitung stören.
Fehlbedienung als Ursache?
Es gibt Programme, bei denen Sie den Abruf ab einem bestimmten Datum einstellen können (Umsätze abrufen ab Datum xx.xx.xxxx). Dies ist bei den meisten Programmen nur beim allerersten Mal nötig, weil sie sich den letzten Abruftermin merken und überlappend abrufen, so dass keine Lücke auftritt. Sie sollten das Datum nur in Ausnahmefällen einstellen müssen.
Liegen zwischen dem letzten Abruf, also dem vorhandenen Datenbestand und dem ersten möglichen Zeitraum Buchungen, können diese nicht mehr online abgerufen werden und die Software muss die entstandene Lücke ausgleichen und kenntlich machen. In den Umsatzlisten oder Kontoübersichten wird das dann mit Differenzbuchung, Ausgleichsbuchung oder Korrekturbuchung gekennzeichnet.
Folgende Programme benennen diese Lücken lt. meinen Suchdienst-Recherchen folgendermaßen:
Profi cash: Differenzumsatz
VR-NetWorld Software: Umsatzlücke
GLS eBank / windata, ALF-Banco: Korrekturbuchungen
Wie kann man dieses Problem vermeiden?
Die Abrufe sollten mindestens z.b. monatlich erfolgen, damit keine Lücken auftreten, bei den meisten Firmen ist dies auch aus buchhalterischen Gründen verpflichtend (Stichwort Umsatzsteueranmeldung).
Profi cash z.B. weist auf die versehentlichen Löschung eines Umsatzauftrages (Auftragsart UMS) deutlich hin.
Kontrollieren Sie, ob alle Konten regelmäßig abgerufen werden.
Kann man das Problem reparieren und die Lücke füllen? Das hängt von der Software ab, in der Regel ist ein Rückdatieren des Umsatzabrufes problemlos möglich.
Bevor Sie tätig werden: Erstellen Sie ein Backup Ihres Datenbestandes.
manuell:
Wenn Ihr verwendetes Programm manuelle Buchungen erlaubt, können Sie die Buchungen aus den Kontoauszüge der Bank ergänzen. Dies ist sollten Sie im Handbuch finden können.
online:
Liegen die fehlenden Umsätze noch innerhalb des Abrufzeitraums, dann ist es möglich, die Lücke online zu füllen. In Profi cash können Sie den Umsatzjob zum betroffenen Konto manuell bearbeiten (per Doppelklick). Editieren Sie das Feld: „Umsätze ab“ entsprechend auf einen Tag vor der Lücke. Das lohnt sich auch, wenn nicht alles gefüllt wird, umso weniger muss man manuell nachpflegen.
In GLS eBank / windata Professional müssen Sie die Umsätze bis zur Lücke löschen, damit das Programm einen neuen Abruf startet und die Lücke füllt. Rufen Sie dann die Umsätze ab dem Datum der Lücke neu ab. Falls Sie das Onlinebanking nutzen können, können Sie dort über die Exportfunktion Daten extrahieren, die Sie in Ihrer Software einlesen können. Fragen Sie Ihren Softwaresupport.
Sie haben die Daten in einer anderen Software?
Haben Sie eine andere Software, z.B. eine App, die Sie häufiger benutzen, dann hat diese womöglich die fehlenden Daten gespeichert. Wenn Sie die Umsatzdaten exportieren, wählen Sie idealerweise als Austauschformat MT940 oder CAMT. Dies ist z.B. mit GLS mBank oder subsembly Banking4A, Banking4i kein Problem.
In GLS mBank / subemblys Banking4 wählen Sie das Konto an, so dass Sie die Umsätze sehen. Wählen Sie „Export“ und unter „Was“ wählen Sie Umsatzdaten aus. Den Zeitraum wählen Sie so, dass die Lücke überdeckt wird. Das korrekte Dateiformat ist aktuell meist noch Swift MT940 in Zukunft wird es mehr und mehr CAMT werden, das XML-Dateien liefert.
Programmabstürze als Ursache
Treten bei der Verarbeitung der Umsatzdaten Fehler auf, dann kann dies auch eine Ursache für Datenlücken sein. Passiert dies häufiger, sollte man unbedingt die Ursache prüfen. Oft fehlen Updates, die Installation ist „nicht sauber“ oder ein Virenscanner reagiert überempfindlich. Gerade letzteres tritt vergleichsweise häufig auf, weil Schutzprogramme selbstverständlich bei Bankadressen „besonders aufmerksam“ reagieren müssen und auch die abgeholten Daten immer individuell sind.