Stand: 16.05.2024

Fehlermeldung 9390:Signatur-ID ist ungültig

9210:Signature Id xxx was already used

Erläuterung: Mit Signatur-ID ist – vereinfacht dargestellt – eine Art Zähler der elektronischen Unterschrift gemeint. Es handelt sich um eine Sicherheitsfunktion, die verhindern soll dass eine Unterschrift doppelt verwendet werden kann. Bei der HBCI-Sicherheitsdatei wird der Zählerstand bei den meisten Programmen in der Sicherheitsdatei oder im Programm selbst mitgezählt, es ist deshalb auch nötig, dass die Datei beschreibbar ist. Daher ist es mit den meisten Programmen auch nicht möglich, zwei USB-Sticks mit dem gleichen Bankzugang ohne Störungen zu nutzen.

Jeder online Übertragungs- und Signiervorgang, das können auch Umsatzabrufe sein, zählen diesen Zähler weiter, der Stand muss mit dem Stand des Bankrechners übereinstimmen oder neuer sein.

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Aufgepasst: In den allermeisten Fällen, in meiner Tätigkeit waren das bisher 100%,  ist und war der Hinweis harmlos. Haben Sie jedoch den dringenden Verdacht, die Datei und Ihr Passwort könnte unberechtigt kopiert worden sein, dann müssen Sie reagieren und die Sicherheitsdatei und Passwort austauschen. Dazu nutzt man den Schlüsselwechsel, eine neue Kennung ist nicht nötig. Alle Kopien – rechtmäßige und unrechtmäßige – sind dann ungültig.

Ist der Zähler der Datei zu sehr veraltet, muss der Stand mit dem Bankserver synchronisiert werden. Bei den meisten Programmen liegt die Funktion dazu in der Bankverwaltung.

GLS e Bank, Windata: Stammdaten/Administrator für FinTS/HBCI, Kontakt markieren und den Button „synchronisieren“ auswählen. Bei Lexware und Buhl/Wiso dürfte das in der gleichen Weise in den Bankkontakten geschehen. Bei vielen Programmen ist die Verwaltung auch über die Windows-Systemsteuerung über „Homebanking-Kontakte“ erreichbar.

Profi cash: Stammdaten, HBCI-Verwaltung. Oben das Kürzel auswählen und „Benutzerdaten aktualisieren“ anklicken.

VR-NetWorld Software: Stammdaten, Bankverbindungen. Dann mit rechter Maustaste den Bankkontakt markieren und im Kontextmenü „Synchronisieren“ auswählen (oder oben über den Button gehen).


Die Protokollmeldung sieht dann folgendermaßen aus (hier aus Profi cash 10.8b):

(Dialog)    INERR (3999) Die Signatur-ID ist mit dem Kreditinstitut synchronisiert worden. ()


Gemeinschaftsvollmachten
Diese typische Situation ergibt sich manchmal, wenn z.B. folgendes bei A- und B-Vollmachten passiert:

Person A unterschreibt vorab einen Buchungsauftrag, das geschieht offline. Der Bankserver bleibt also auf dem alten Stand. A arbeitet dann mit der Signatur weiter, holt z.B. Kontoumsätze ab, der Bankserver synchronisiert sich mit der Signatur.

Person B setzt die zweite Unterschrift unter den vorab von A unterschriebenen Buchungsauftrag und überträgt die Buchung.
Da die Unterschrift von A inzwischen veraltet ist, wird die Buchung nicht durchgeführt.

Oder auch:

Person B unterschreibt statt bei der Datenübertragung ebenfalls vorab offline die Aufträge – anstatt die Unterschrift bei der Übertragung „unter“ den Auftrag zu setzen und erledigt dann womöglich noch andere Aufträge online.
Wird dann der Buchungsauftrag gesendet, ist womöglich der Zähler der vorherigen Unterschrift bereits veraltet. Die  elektronische Signatur sollte vom Übertragenden also nicht vorab geleistet werden.

Abhilfe: Zeitnah sollten alle Bev. unterschreiben und der Übertragende sollte nicht vorab signieren.

Zumindest bei Profi cash kann es sein, dass der Job neu erstellt und unterschrieben werden muss, weil der Bankrechner der Meinung ist, die Signatur sei zu alt. Mit Löschen/Stornieren und Reaktivieren des Auftrags macht das aber wenig Arbeit.


Andere Ursache: Ein altes Backup einer alten Signaturdatei wird verwendet

Ist dies der Fall, hat die Kopie der Sicherheitsdatei noch den veralteten Zählerstand zum Zeitpunkt der Kopie behalten. Es muss neu synchronisiert werden (siehe oben).


Signaturzähler „übergelaufen“:

Die Formulierung hört sich etwas „blöd“ an, ist aber ein technischer Begriff aus der IT: Überlauf. Das ist möglich, denn wurde zu häufig mit der Signatur unterschrieben, kann der Zählerstand den vorgesehenen Speicherplatz überschreiten und ist nicht mehr nutzbar. Ich vermute, es sind nur 16 Bit als „Speicherplatz“ für den Zähler vorgesehen. Dies sollte natürlich nur bei absoluten „Power-Usern“ geschehen. Wer die Umsätze seiner Konten im Minutentakt abruft bzw. z.B. von einem Automaten abrufen lässt, schafft das aber spielend. Hier empfehle ich dringend, auf PIN&TAN zurückzugreifen, bei dem kein Zähler eine Rolle spielt. Das ist auch aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, und eine Trennung zwischen TAN-pflichtigen Aufträgen und Umsatzabrufen wird möglich. Das Sicherheitsdatei-Verfahren wird wahrscheinlich abgeschaltet werden..

mein alter Infostand: Um mit der Signatur oder Chipkarte weiter arbeiten zu können, hilft dann nur eine frische Benutzerkennung oder neue Karte von der Bank und eine neue Initialisierung.

Das obige scheint nur für Chipkarten gelten, bei Hibiscus hat es geholfen, die Bankparameter zu löschen. Wie Sie dies bei anderen Programmen tun können, finden Sie dort im Handbuch.